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Pedelec, Ebikes und Training

Nochmal zur Klarstellung, denn es wird immer noch mit verwirrten Begriffen diskutiert:

  1. Pedelec = pedal electric cycle, bis 25 km/h kraftunterstütztes Elektrofahrrad, keine Helmpflicht, keine Zulassung und Nutzung von Radwegen erlaubt, ja geboten.
  2. E-Bike = dauernd akkubetriebenes Elektrofahrrad mit Geschwindigkeiten bis 45 km/h, Helmpflicht, Zulassung,  Radweg-Nutzung verboten (eine Art Elektromoped)
  3. Mischform ist das S-Pedelec, das ebenfalls bis 45 km/h läuft, aber auch kraftunterstützend gefahren wird.
In diesem Blog geht es in erster Linie um das Pedelec, und heute muss ich zu einem widerprüchlichen Artikel Stellung nehmen .
In einer industrie-gesponserten Beilage der WELT, "Mediaplanet", war kürzlich zu lesen, dass - Schlagzeile: "Wie faul sind E-Biker?" - mit Ebikes kein Trainingseffekt zu erzielen sei. Im Text wurden dann die Begriffe widersprüchlich gebraucht; es wurde sozusagen pauschal der These vom lahmen Rentnerfahrrad beigepflichtet. 
Wie ist es nun wirklich?
Wird durch das kraftunterstütztes Treten kein Trainingseffekt erzielt, und liegt der Vorteil des Pedelecs nur darin  dass der Fahrer frische Luft atmet  oder dass als Vorteil gilt: der Renter steigt endlich wieder aufs Fahrrad, was er ohne Pedelec nicht getan hätte? Schon hier mag man konstatieren, dass es jedenfalls wichtig ist, dass überhaupt ein bisher inaktiver Mensch wieder aktiv wird; jede Form von Bewegung ist besser als gar keine.
Trainingseffekte, gemessen an nachweisbarer Leistungssteigerung durch Ausdauertraining, entstehen durch wiederholtes Erreichen einer festgelegten Leistungsgrenze innerhalb bestimmter Zeiten, also etwa   gemessen an der Trainingspulsfrequenz, die über 30 min tägliches Training 3-5mal/Woche erreicht wird. 
Das wird durch die Benutzung eines normalen Fahrrades meist möglich sein. Doch der Radfahrer wird schnell an seine Leistungsgrenze kommen, wenn  er wenig trainiert und älter ist, denn dann, besonders bei Steigungen,  kommt es zur körperlichen Erschöpfung, und das ist ein unerwünschter Effekt, der dem Fahrer abträglich ist und die positiven Effekte auf das Herzkreislaufsystem aufhebt. Die Folge: er wird das Fahrrad nicht mehr benutzen.
Der Ebike-Fahrer hat keine Kraftunterstützung, sodaß hier tatsächlich Trainingseffekte schwerer erreichbar sein dürften. Für ihn trifft die Artikelüberschrift also zu, aber für den Pedelecfahrer nicht.
Dieser dagegen tritt ja über längere Zeiträume mit eigener, aber reduzierter Kraft. Also kann man für ihn, der ja meist einer älteren, wenig bis untrainierten Gruppe angehört, durchaus von angepasstem Training sprechen, was für das Herzkreislaufsystem bedeutsam ist. Überforderung wäre hier schädlich. 

Obwohl die Aufmachung des Artikels zunächst eine andere Tendenz erkennen läßt, trifft der Autor letztendlich doch die richtige Aussage:
"Für untrainierte, meist ältere Menschen, ebenso für Leute mit Gelenkschäden und Übergewichtige sei das Ebike (gemeint ist natürlich das Pedelec) ideal (sic!) zur Stärkung des Herzkreislaufsystems, zur Kraftausdauer (?) und zur Schonung lädierten Wirbelsäulen und Knie. Das ständige Treten gegen geringen Widerstand und mit hoher Frequenz ist für diese Fahrer gesünder als eine niedrigere Frequenz bei hoher Kraftbelastung wie auf einem herkömmlichen Fahrrad". 
Pedelecs seien also nichts für Faule!
So sehe ich das auch und halte das Pedelec für ein sehr gutes Trainingsgerät für eine präventive Zielgruppe wie die der Rentner und Pensionäre, was auch dazu führt, dass der ältere Mensch wieder mehr Fahrrad fährt.

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